Samstag, 17. Juli 2010

endlich, endlich:

zumindest das gewitter ist jetzt da - aufatmen, dem tropfen lauschen und dem noch fernen grummeln, an letztes jahr denken, aber nur kurz, denn diese früchte sind längst vertrocknet...

Dienstag, 13. Juli 2010

suna, suna!

dein schreiben fehlt mir wie das gewitter zum sommer, ich weiß, wir haben uns nie geduzt...

es fehlt mir - trotzdem!!!

Mittwoch, 7. Juli 2010

warten...

... im garten

Sonntag, 4. Juli 2010

risiken internationaler ballspiele

grölend und sich auf die nackte brust schlagend laufen sie in schwarz-rot-goldene Fahnen gehüllt mit ihren erigierten bierflaschen durch die aufgeheizte nacht und skandieren ihre hoffnung auf den endsieg

zum glück bin ich unbehelligt nach hause gekommen, hoffentlich lassen sie euch auch in Ruhe!

Sonntag, 27. Juni 2010

Beinahe - Déjà-vu beim Transgenialen CSD 2010 auf der Heinrichplatzbühne in Berlin-Kreuzberg

In den stündlichen Morgennachrichten von Radio-1 war es noch nach einer Woche zu hören und die Meldung lautete ungefähr so:

Heute findet in Kreuzberg und Neukölln der Transgeniale CSD statt. Er wird von der US-amerikanischen Philosophin Judith Butler unterstützt, die das Engagement der darin antirassistisch arbeitenden Gruppen betonte. Butler hatte vor einer Woche den Preis für Zivilcourage von den Organisator_innen des kommerziellen CSD in Berlin abgelehnt und ihnen Rassismus vorgeworfen. Damit hatte sie einen Eklat ausgelöst und eine heftige Diskussion zu diesem Thema angestoßen.


Es war deutlich zu spüren beim diesjährigen TCSD, wie sehr Judith Butlers Anerkennung für GLADT, LesMigraS, SUSPECT und Reachout etwas bewirkt hatte. Die Gesichter der Vertreter_innen dieser Gruppen strahlten eine Freude und Souveränität aus, die jenen Menschen eigen ist, die wissen, dass ihr Handeln große Bedeutung hat, auch wenn es keinen Preis dafür gibt und die nun dennoch vielleicht unerwartet mit verdienter Anerkennung und Solidaritätsbekundungen ausgezeichnet wurden.
Viele Redebeiträge auf der Bühne am Heinrichplatz bezogen sich u.a. inhaltlich auf die nach Butlers Erklärung entbrannte Debatte um rassistische Tendenzen in der deutschen Schwulen- und Lesbenbewegung und auf die Arbeit der Organisationen für die Rechte und den Schutz von Trans-Menschen. Es kam außerdem zu zahlreichen Solidaritätsaufrufen wie z.B. mit dem „Pride Budapest“.

Die beiden Moderatorinnen der Bühnenshow provozierten einige Déjà-vus. So konnten wir vielleicht noch lachen über die Preisverleihung eines goldenen Stück Scheißes am deutschen trikoloren Band für einen imaginären ehemaligen Finanzsenator Thilo Sarrazin, der dann in Anlehnung an Butlers Vorlage eine Rede hielt, warum er den Preis nicht annehmen könne und an wen er ihn weiterzureichen gedenke.
Aber nicht alles, was von der Bühne kam, war gut auszuhalten. Wer ein Mikrophon auf einer Bühne in der Hand hält, hat eine gewisse Potenz und trägt eine gewisse Verantwortung. Das haben wir letzte Woche eindrücklich erleben dürfen. Satire, wenn sie gut gemacht ist, Hinweise auf das Geschehen um die Bühne herum, politische Kritik an Äußerungen und Handlungen, Anklagen und Vorwürfe – das alles geht meiner Meinung nach klar und dafür gibt es Bühnen, die sich an eine Öffentlichkeit richten. Jedoch Beschimpfungen von der Bühne herunter gegen Einzelne oder gegen Gruppen, stellen immer nur die Beschimpfenden bloß, sagen nichts über die Beschimpften aus, können immer nur unsachliche Fäkalsprache sein. Selbst wenn ich einen wiederholt übergriffigen und offensichtlich betrunkenen Mann auch konsequent der Veranstaltung verweisen würde, finde ich es schwierig vor einem Publikum von mehreren hundert Menschen auf eine anwesende Einzelperson zu zeigen und zu skandieren: Verpiss dich! Wir wollen dich hier nicht haben. Von der Bühne herunter das auch hier nicht mehr ganz nüchterne Publikum aufzurufen, in eine Situation einzugreifen, in der es um eine Einzelperson geht, halte ich für gefährlich. Derartige Situationen müssen im Vorfeld von den Veranstalter_innen diskutiert und vorbereitet werden. Sich erst von der eingreifenden Polizei zu distanzieren, dann hilflos nach ihr zu rufen und dann ganz im gleichen Wortlaut, den vor einer Woche die kritisierten CSD-Moderatoren vor dem Brandenburger Tor gebrauchten, vor dem offenen Mikrophon zu erklären: „Wir machen einfach weiter im Programm!“ war peinlich und … nun ja … verantwortungslos. Solche Veranstaltungen vorzubereiten und zu moderieren ist schwer, ich weiß!

Um so mehr erfreute und berührte die Courage einer der Kingz of Berlin, die seit Stunden auf ihren Auftritt gewartet hatten und etliche Verzögerungen über sich ergehen ließen, bevor sie endlich die Bühne betreten konnten. Hier wurde einmal das eigene Unwohlsein über den Umgang mit der Situation hinter der Bühne spontan formuliert. Hier wurde einmal gezeigt, dass es möglich ist, als Teil einer Gruppe mit verschiedenen politischen und künstlerischen Aussagen, unter dem Druck eines größeren Ablauf- und Zeitplanes einen klaren Kopf zu behalten, dem eigenen Gefühl und Verstand zu vertrauen und mit dem Mikrophon in der Hand STOP zu sagen: Lasst uns kurz darüber nachdenken, was wir jetzt machen wollen! Habt ihr im Hinterkopf, dass es gerade eine seltsame Situation gibt? Wollt ihr zu diesem Zeitpunkt unseren spaßigen Bühnenbeitrag? Machen wir einfach weiter im Programm? Im Gesichtsausdruck und nur für die ersten Reihen erkennbar stand noch etwas anderes: Seht ihr die Parallelen?
Die schöne Bühnenshow der Kingz ließ sich durch dieses Infragestellen überhaupt erst ansehen.
Da hat einmal mehr jemand Verantwortung übernommen und eine eigene Verbindung zu den Forderungen und Themen des TCSD hergestellt, ohne zu beschimpfen, ohne mit dem Finger zu zeigen, mit ein paar einfachen Fragen. Für mich war das der berührendste Augenblick an diesem Abend.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Selber denken!? Her mit den konkreten Beispielen... Was waren das für Redebedingungen für Ammo Recla von ABQueer? - Gedanken zur versteckten Stellungnahme des Vorstandes des Berliner CSD e.V.von imgartenmitsatie.

Eine Art Stellungnahme vom Vorstand des Berliner CSD e.v. zur Ablehnung des Preises für Zivilcourage durch Judith Butler findet sich u.a. hier als Kommentar zu meinem Beitrag: Gut so, Judy!

http://imgartenmitsatie.twoday.net/stories/6388559/#6390711

dazu fällt mir Folgendes ein:

Ja, es ist schade, dass das Thema und ein Bekenntnis für die Menschenrechte von trans- und intersexuellen Menschen bei diesem CSD untergingen. Aber das lag doch nicht an Judith Butlers Ablehnung des Preises. Ammo Recla von ABQueer sprach ja doch vor der Preisverleihung und dieser Programmpunkt auf der großen Bühne machte den Eindruck eines Lückenfüllers.

Wie konnte das nur geschehen?

Meines Wissens gibt es auf solchen Bühnen großartig ausgefeilte Zeitpläne, an denen viele Menschen im Vorfeld arbeiten, besonders wenn so aufwendige Technik mit im Spiel ist und viel Geld für die betreuenden Veranstaltungsfirmen mit ihren weitschallernden PAs ausgegeben wird.

Der goße Teil des Publikums war so gar nicht sensibel und aufmerksam für das, was Ammo Recla zu sagen hatte. Und das finde ich wirklich schade, dass dieses wichtige und unterrepräsentierte Thema bei dieser Art von CSD keine Chance hatte, angemessen wahrgenommen zu werden. Es ist traurig, dass es bei all dem Aufwand nicht gelungen ist, einen Rahmen dafür zu schaffen. Ich glaube nicht, dass das einfach nur dumm gelaufen ist, sondern sich aus der Art, dem Ort und der Größe der Veranstaltung herleiten läßt. Große Teile dieses Publikums, schienen wohl blind und taub für dieses Thema zu sein.
Dafür Judith Butler verantwortlich zu machen, kann ja nicht euer Ernst sein!? Im Gegenteil, durch die nun ausgelöste Diskussion besteht erneut und diesmal vielleicht eine echte Chance auf Aufmerksamkeit für und die Solidarität mit trans- und intersexuellen Menschen.

Eins noch: "Der Berliner CSD wendet sich stets gegen jede Form des Rassismus und Antisemitismus. Wir freuen uns über das schwenken israelischer Fahnen auf dem CSD, anders als beim Transgenialen CSD"

Wie ist dieser Zusammenhang zu verstehen? Warum freut ihr euch über das Schwenken von israelischen Fahnen auf dem "Berliner CSD"? Weil die israelische Regierung eine so tolle Politik macht?

Für alle Schnell/ver/urteiler_innen: Fahren Sie bitte selbst in den Nahen Osten, wenn Sie können, versuchen Sie sich ein Bild von "beiden Seiten" zu machen, ohne pauschal zu verurteilen. Wer sich dann noch über irgend etwas ganz sicher ist, kann es ja mal versuchen, in Worte zu fassen! Wem würden diese ganz konkreten Worte dann nicht sofort und ganz konkret im Munde umgedreht und instrumentalisiert werden?

Sind nicht konkrete Fragen wichtiger als konkrete Antworten?

Ich begrüße Eure Idee, das Gespräch mit den erwähnten Gruppen und Judith Butler zu suchen und hoffe sehr, ihr habt sie nicht gerade vollends vor den Kopf gestoßen.

Montag, 21. Juni 2010

zum Abschreiben für die taz: Judith Butler, konkret und couragiert. Teil 2

Politik zu machen bedeutet für mich auch, im richtigen Moment Chancen zu nutzen, der Öffentlichkeit und sich selbst einen Spiegel hinzuhalten, Aufmerksamkeit gezielt zu lenken auf Menschenrechtsverletzungen jeglicher Art. Schmerzhaft kann das sein, wie zu bemerken wir gerade die Gelegenheit haben.

Fragen wir uns, mit wem und vor allem weshalb sie sich solidarisiert und auch warum diese Menschen unsere Solidarität brauchen!
Ich finde, Judith Butler ist sehr konkret geworden in ihrer Begründung zur Ablehnung dieses Preises. Dass große Tageszeitungen diesen einen Satz über Kommerz und Oberflächlichkeit von einander abschreiben, ist auch wieder nur ein Hin- und Herspiegeln der Oberfläche. War nicht die fehlende Auseinandersetzung mit rassistischen Argumentationsweisen seitens der veranstaltenden Organisationen ein gewichtiger Grund für ihre Ablehnung? Ist das nicht konkret genug? Und wie anders, als couragiert und mutig, können wir beispielsweise die Positionierung Judith Butlers als jüdische lesbische amerikanische Geisteswissenschaftlerin zu Fragen israelischer Besatzungspolitik nennen? SIE traut sich, Unfreiheiten in anderen Ländern und im eigenen wahrzunehmen und fundiert zu kritisieren. Welchen Anfeindungen sie sich damit aussetzt, ist verschiedentlich nachzulesen.

Wenn Judith Butler auf diesem CSD wirklich als wissenschaftlich schaffende Person und Denkerin, die in der Lage ist, Anstöße zu geben und zu nehmen, geehrt werden sollte und nicht nur als Ikone der Lesben, dann wäre es seitens der Veranstalter_innen einen Versuch wert gewesen, sich einmal unter all den schillernden Oberflächen auf die Suche nach ihren aktuellen Gedanken zu begeben. Dafür und nicht nur dafür verdient sie großen Respekt, den ich übrigens auch Martin Dannecker erweise.

Nur so kann Dialog entstehen. Wir sollten diese Chance nutzen!

Bitte lesen Sie vor allem die Presseerklärung von SUSPECT und suchen Sie mit Ihnen den Dialog.

http://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2010/06/suspect-pressrelease-judith-butler-berlin-pride-2010/#comments.

Samstag, 19. Juni 2010

Gut so, Judy!!! - Judith Butler lehnt Preis für Zivilcourage auf Berlins Mainstream-CSD vor dem Brandenburger Tor ab

Dieser Preis bringe sie in Schwierigkeiten, erklärt die US-amerikanische Philosophin, Philologin und Gendertheoretikerin Judith Butler gegen 19 Uhr auf der großen Bühne vor dem Brandenburger Tor. Sie habe in den letzten Tagen einiges über Berlin lernen können und leider auch feststellen müssen, dass sich die Veranstalter_innen des kommerziellen CSDs von rassistischen und islamophoben Äußerungen nicht distanzierten. Unter diesen Umständen könne sie von dieser Seite keinen Preis für Zivilcourage entgegennehmen. Man dürfe sich nicht vor den Karren von Organisationen spannen lassen, die im Namen einer queeren Gemeinde Kriege führten und Bündnisse eingingen, in denen Rassismus sowie Antiislamismus geduldet wurden.
Wenn jemand einen Preis für Zivilcourage verdient hätte, so Judith Butler, dann seien es die politischen Gruppen, die seit langem und oft ehrenamtlich mit Menschen zusammenarbeiteten, die in doppelter oder dreifacher Weise diskriminiert würden bspw. wegen ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Behinderung, ihrer Religion oder ihres Geschlechtes. Judith Butler zählte einige dieser Berliner Gruppen aus dem linken Spektrum auf und erwähnte ausdrücklich, dass diese auch zu den Mitorganisator_innen des transgenialen CSDs in Kreuzberg und Neukölln gehörten, der sich nicht an den Fussballspielen der WM ausrichten wollte und in einer Woche stattfinden würde, damit an das Originaldatum des Aufstandes im Stonewall Inn erinnert werde.
Butler legte ihre Gedanken dar, um die es am Vortag auch in ihrem Vortrag an der Volksbühne gegangen war, nämlich, dass sich ein Queersein nur im Zusammenhang mit einer Friedensbewegung denken lassen könne.
Eine kleine Gruppe links vor der Bühne zollte ihr großen Jubel und Anerkennung für ihre Worte und die Ablehnung dieses Preises.

Die Bundestagsabgeordnete und Fraktionscheffin der Grünen Renate Künast, die eine betont lässige Laudatio auf Judith Butler gehalten hatte, in der sie auf die betrunkene desinteressierte Masse zeigte und spaßig darauf hinwies, dass dies ihre Fans seien, die all ihre Bücher gelesen haben, hätte gut daran getan, sich wenigstens Butlers Namen vor ihrer Laudatio durchzulesen, so schwer war er nun auch nicht. Wahrscheinlich hatte auch Künast schon einen im Tee gehabt, denn sie schaffte es selbst bei der fünften Gelegenheit nicht, Butlers Namen richtig auszuprechen.

Nach der Erklärung Butlers waren sich die Moderatoren nicht zu schade, im gleichen Tonfall fortzufahren und ins Mikrophon zu rufen, Judith Butler wäre nicht Judith Butler, wenn sie nicht an allem etwas zu kritisieren hätte. Sie könne sich nicht einmal über diesen Preis freuen. Einer der Moderatoren mit den lustigen Engelsflügeln fügte beschwingt hinzu, es solle noch einmal jemand sagen, dieser CSD sei nicht politisch. Ja, er war es tatsächlich in diesen Minuten und das lag sicher nicht an ihm. Oder doch? Zu der Gruppe von Menschen, die sich immer noch jubelnd über Butlers Statement freuten und in den Armen lagen, sagte er durch sein Mikrophon, das seine Stimme von der großen Bühne über das Brandenburger Tor und darüber hinaus trug: Man siehts ja, mit euch kann man keinen gemeinsamen CSD feiern, aber ihr habt nicht die Mehrheit hier.
IHR SEID NICHT DIE MEHRHEIT HIER!
Lieber Herr Moderateur: Kann man sich selbst noch mehr disqualifizieren? Seit wann geht es beim CSD um die Rechte von Mehrheiten?
Prost!

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

3000
Tage online über 8 Jahre hab den vogel wieder gesehen
im garten mit satie - 22. Nov, 19:39
Habicht oder Bussard?...
ich habe einen bussard gehört, einen BUSSARD!!! spitze...
im garten mit satie - 20. Nov, 17:26
cloaca maxima
die ruhe tut gut es gibt zu wenig davon. ich meine...
im garten mit satie - 31. Okt, 17:01
out of balance
die, die viel haben, werden mehr bekommen, die, die...
im garten mit satie - 7. Nov, 11:47
klänge
ich denke an dich... dou fehlst mir
im garten mit satie - 8. Okt, 19:38

Links

Web Counter-Modul

Suche

 

Status

Online seit 6057 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 22. Nov, 19:39

Credits

Archiv

April 2025
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30